Schilddrüsenmassage
  • Beitrag veröffentlicht:18. Februar 2021
  • Beitrags-Kategorie:Allgemein / Schilddrüse
  • Lesedauer:5 min Lesezeit

Eine heilende Berührung – den Menschen und nicht die Krankheit behandeln!

Unsere Schilddrüse, ein kleines, sensibles Organ mit großem Einfluß.
Sie ist die größte und eine lebenswichtige hormonproduzierende Drüse. Die Hormone, die unsere kleine Schilddrüse produziert, beeinflußt nicht nur organische Vorgänge wie Herz, Kreislauf, Verdauung oder Wachstum, sie ist auch maßgeblich an der Psyche und am seelischen Gleichgewicht beteiligt. Eine Schilddrüsenerkrankung wie zum Beispiel eine Unter- oder Überfunktion sowie auch Morbus Basedow oder Hashimoto und Knoten haben einen beachtlichen Einfluß auf unser körperliches Wohlbefinden.

Unser kleiner Schmetterling im Hals
Die Silhouette einer gesunden Schilddrüse erinnert an einen Schmetterling. Genauso zart und empfindlich ist sie auch. Ihr wird auch eine gewisse Flatterhaftigkeit nachgesagt. Psychisch, energetisch, aber auch emotional gesehen, hat sie eine Schutzfunktion. Sie sitzt zwischen Kopf und Herz – zwischen Denken und Fühlen.
Damit unser kleiner Schmetterling noch lange gesund und widerstandsfähig bleibt, macht es durchaus Sinn, sie bei ihren Aufgaben zu unterstützen. Ihre Lage direkt unter der Haut macht es uns einfach, sie zu behandeln und so direkt auf die Krankheit einwirken. Neben den 4 Säulen der Gesundheit (Ernährung, Bewegung, Entspannung und gesundem Umfeld) aktiviert eine Schilddrüsenmassage den Lymphabfluß, die Durchblutung wird gefördert und Dysbalancen werden ausglichen. Sie ist sowohl präventiv einsetzbar, kann aber auch als therapeutische Ergänzung bei einer bereits erkrankten Schilddrüse regenerierend angewandt werden. Sanfte Berührungen aktivieren unsere Selbstheilungskräfte und so kann eine Heilung von innen her angeregt werden. Durch eine Berührung bzw. durch eine sanfte Massage wird das Gewebe bewegt, wodurch wiederum Entzündungsfaktoren abgebaut werden können.

Lieber entspannt und durchblutet als verkrampft und verklebt.
Je nach Krankheitsbild wird entweder die Schilddrüse direkt leicht massiert oder sanft indirekt berührt. Aber auch das umliegende Gewebe und ebenso der Nacken werden gleichermaßen mit einbezogen. Denn oft ist auch der Schulter-Nacken-Bereich bei Schilddrüsenpatienten sehr verspannt, so dass diese Verspannung sich eben auch negativ einengend auf die Schilddrüse auswirkt bzw. die Blutzufuhr zur Schilddrüse gedrosselt ist. In dem Moment, wo eine Berührung stattfindet, steigt auch schon der Blutfluß an und dieser Zustrom verhilft zu neuem Zellaufbau und Entzündungsfaktoren können abtransportiert werden. An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass eine blockierte Halswirbelsäule ebenfalls an einer Minderdurchblutung verantwortlich sein kann und einer Behandlung (Atlastherapie; Liebscher und Bracht oder nach der Dorn-Breuß-Methode) bedarf. Auch Narbengewebe, sei es das umliegende Gewebe oder auch die Schilddrüse selbst, können durch wiederholte Massagemaßnahmen gelöst werden.

Auf sanfte Weise zur Heilung
Unsere Schilddrüse ist von vielen Blutgefäßen und vielen Nerven umgeben. Sie selbst besteht aus vielen mikroskopisch kleinen Bläschen (Schilddrüsenfollikeln) und vielen einzelnen Läppchen, die wiederum jeweils mit einer feinen Bindegewebeschicht ummantelt sind.
Lymphgefäße, die Gewebsflüssigkeit und somit auch die Entzündungsstoffe aus der Schilddrüse abtransportieren, sind ebenfalls dort zu finden. Diese Beschreibung soll verdeutlichen, dass eine Massage sanft durchzuführen ist und nicht mit einer normalen Massage am Muskel, die wir von einem Masseur oder Physiotherapeuten kennen, verglichen werden kann.
Sie wird mit größtmöglicher Einfühlsamkeit durchgeführt.

Drei Schritte in etwa 45 Minuten
Zunächst wird je nach Zustand, Empfinden und Gefallen der zu behandelnden Person ein passendes Öl ausgewählt. Zum Beispiel wirken Weihrauch, Kamille oder Sanddorn eher entzündungshemmend, Lavendel beruhigend und Rosmarin, Oregano und Rose eher wärmend und durchblutungsfördernd. Wichtig ist, dass es hochwertige Öle sind, die frei von Schadstoffen sind.
Im ersten Schritt aktiviert man die Lymphbahnen. Dafür werden das umliegende Gewebe, der Schulter- und Nackenbereich, das Dekolleté und auch gern das Gesicht vorbereitend, einstimmend massiert. Durch gezielte Grifftechniken, Streichungen und Kreisungen (so nennt man das in Fachkreisen) werden Energiefluss gesteigert, eventuelle Verspannungen gelöst und der Nacken entkrampft.
Im weiteren Schritt widmen wir uns dann gezielt der Schilddrüse und die eigentliche Massage kann beginnen. In diesem Schritt unterscheiden wir zwei Techniken: einmal die direkte und einmal die indirekte Massage. Bei einer entzündeten Schilddrüse wählen wir die indirekte Technik. Dabei wird die Schilddrüse nur leicht, fast schwebend, berührt. Ist die Schilddrüse vernarbt, verkleinert und frei von einer Entzündung, so kann sie direkt mit leichtem Druck behandelt werden. Verklebungen können so gelöst und Knoten aufgeweicht werden.
Im letzten Schritt wird die Behandlung mit einer Ruhephase beendet. Hier bietet es sich an, einen passenden Halswickel anzulegen. Quark, Heilerde oder Ringelblume beispielsweise wirken im Akutfall entzündungshemmend. Bei einer Überfunktion der Schilddrüse würde man sich für die Melisse entscheiden und bei einem eher chronischen Verlauf Bienenwachs oder Rosenblätter.
Erweitern kann man die Behandlung mit der eigenen Stimme, Atemtherapie, Schüßler-Salzen und auch mit Übungen aus dem Yoga.

Wie ich zur Schilddrüsenmassage gekommen bin?
Dazu später mehr …